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Kai Rönnau ist ein Drehbuchautor von Löwenzahn

FanClub: Welche Folge war die erste an der sie mitgearbeitet haben?

K.R.: Meine ersten Bücher für Löwenzahn habe ich 1999 geschrieben: ' Peters Mülltour' und 'Der Tanz der Vampire.' Sie kamen 2001 auf den Schirm.

FanClub: Bei Löwenzahn steht ja nun eine grössere Veränderung ins Haus werden sie auch weiterhin dabei sein?

K.R.: Ja, ich werde weitermachen, wie fast das ganze Löwenzahn-Team. Und zwar mit doppelter Schlagzahl. Da wir 2005 aufgrund der Nachfolger- Suche praktisch nicht gedreht haben, stehen im nächsten Jahr fast zwanzig Neuproduktionen an.

FanClub: Warum gibt es keine Hörspielfolgen die es nicht als TV Folge gibt?

K.R.: Das hat hauptsächlich wirtschaftliche Gründe. Im Vergleich zu Fernsehfilmen werden Hörspiele recht günstig produziert, eine Notwendigkeit, um den Kaufpreis akzeptabel zu halten. Das entsprechend knappe Autoren-Budget erlaubt keinen Recherche- , Konzept- und Textaufwand wie für einen Film. Deswegen beschränken wir uns auf eine ohrengerechte Bearbeitung der TV-Folgen, angereichert mit Quiz-Elementen und z.T. auch neuen Liedern.

FanClub: Haben sie eine Lieblingsfolge von Löwenzahn?

K.R.: Da will ich zwei nennen: 'Peter steht im Bach' ist eine Folge aus der Zeit, wo ich selbst als Jugendlicher noch gerne Löwenzahn geguckt habe. Die Wildwasserfahrt im Papierboot darin ist ein zeitloser Hit. Einfachste Mittel – große Gefühle. Wunderbar. Die zweite Folge ist ‘der Schatz der Vergangenheit‘, obschon oder gerade weil ich sie selbst geschrieben habe. Selten ist man als Autor richtig glücklich mit einem fertigen Film. Hier war ich es. Aufregendes Thema, tolle Kulissen und ein urkomischer Ernst H. Hilbich als Prof. Sibelius.

FanClub: Gibt es irgendeine möglichkeit mal ein Drehbuch (für eine TV Folge oder Hörspiel folge egal)anzusehen oder vieleicht nur ein -zwei Seiten abzulichten damit die Fans sich das auf meiner Seite mal ansehen könnten?

K.R.: Das liegt leider nicht in meiner Macht. Ein Autor verkauft mit dem Drehbuch auch sämtliche Verwertungsrechte. Nur das ZDF wäre befugt, Auszüge aus einem Buch zu veröffentlichen.

FanClub: Letzte Frage;) > Ist ein weiteres Hörspiel mit Peter geplant oder wird das nächste > schon mit Fritz Fuchs sein?

K.R.: Ostern 2006(update die Hörspiele wurden verschoben) werden zwei weitere Hörspiele mit Peter Lustig auf den Markt kommen: 'Peter will ‘ne Minikuh' und 'Peter geht zur Feuerwehr' . Ob der Herausgeber Universal mit dem Fernsehwechsel auch gleich die Hörspielreihe umstellt, ist im übrigen noch gar nicht beschlossen.

Zu guter Letzt: K.R.: Ich kann mir vorstellen, dass, der Umbruch eine schwere Zeit für einen Löwenzahn-Fan ist, denn Fans sind ja deshalb Fans, weil sie etwas toll finden, wie es ist oder immer gewesen ist. Aber die Realitäten sind nun mal wie sie sind, und wir hoffen – und glauben – dass auch das neue Löwenzahn bald seine Fans hat. Neue und alte.

NEU vom Juli 2006: Was ist nun aus den Hörspielen geworden es gab da bei UniversalKids einige Unstimmigkeiten wann und ob diese erscheinen:

1. Die beiden Hörspiele mit Peter Lustig haben wir vor drei Wochen aufgenommen, und soweit ich weiß, werden sie noch im Juli dieses Jahres erscheinen.

Wie ist ihr Drehbuch angekommen lief alles glatt beim Drehen?

2. Das Drehbuch für den Pilotfilm hat Anklang gefunden, wenngleich es hier ungleich mehr Diskussionen und Entwicklungsschritte gab, als bei einer normalen Folge. Das liegt in der Natur der Sache. Bei so einem wichtigen, Weichen stellenden Film gucken eben alle Verantwortlichen ganz genau hin. Der Film ist übrigens schon abgedreht –man hört, die, die ihn schon sehen durften, waren sehr angetan–und wandert jetzt bis Ende September in den Panzerschrank.

Wie läuft das Prozedere ab bei Löwenzahn erhalten Sie vorab eine Liste mit Dingen die in einer Folge enthalten sein müssen?

3. Zum Prozedere der Löwenzahnwerdung:

Es gibt jedes Jahr eine Themenkonferenz, auf der Redaktion, Produktion und Autoren zusammenhocken und die Sachthemen auswählen, die behandelt werden sollen.

Dann geht jeder Autor mit seinen Themen nach Hause, macht sich an die Sach-Recherche und teilt den Stoff in interessante und gut verdauliche Portionen ein.

Schließlich kommt das Schwerste: Der Autor muss sich eine Geschichte einfallen lassen, die mit Thema zu tun hat, dabei aber so viel Spaß macht, dass sie auch ohne Doku-Teile sehenswert wäre. Mit den Kurzbeschreibungen dieser Geschichten – man nennt sie Exposé - treffen sich alle Beteiligten erneut, beraten, beschließen oder verwerfen die Vorlagen.

Anschließend folgt für den Autor der letzte Arbeitsschritt: Aus dem Exposé wird das Drehbuch. Darin steht minutiös aufgelistet, was wo passiert, wie die Figuren aussehen und natürlich auch jedes Wort der Dialoge. Auch das fertige Drehbuch wird schließlich noch einmal mit der Redaktion durchgesprochen und meist noch einmal mehr oder weniger verändert. Wenn es gut läuft, ist die zweite Fassung dann das, was Schauspieler und Regisseur für den Dreh in die Hand bekommen. Aber auch schwerere Geburten mit vier oder fünf Fassungen kommen schon mal vor.

Geschrieben am 06.05.2008